Wir brauchen Veränderung!

Die Frau leidet unter Maternal Gatekeeping und der Mann ist einfach nicht in der Lage, sich zu kümmern. Aber so einfach ist es nicht. Wer sich die Schuld gegenseitig in die Schuhe schiebt, leidet und findet keinen Ausweg. Das eigentliche Problem sind stereotype Rollenbilder, die Frauen in die Kümmer- und Männer in die Ernährerrolle drängen. Den Haushalt alleine zu machen oder für das gesamte Familieneinkommen verantwortlich zu sein, ist für Jeden eine große Last. Die langfristige Lösung liegt in besseren Strukturen für Familien. Flexiblere Arbeitszeiten, qualitativ gute und verfügbare Kinderbetreuung, Wertschätzung von Care-Arbeit und eine Elternzeit, die von beiden Elternteilen gleichermaßen genommen wird. Das sind Wege für mehr soziale Gerechtigkeit. Wir brauchen Frauen, die den Kopf frei haben, um sich in Politik und Wirtschaft einzumischen, aber dafür brauchen sie zunächst die mentale Entlastung.

 

Wir haben Bedingungen in der Arbeitswelt, die einfach nicht auf die Bedürfnisse von Eltern (und Menschen, die Angehörige umsorgen) zugeschnitten sind. Außerdem gibt es in unserer Gesellschaft ein Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Care-Arbeit. Erfolgreich sind die Menschen, die beruflich weiterkommen und nicht die, die sich um andere sorgen. Wir profitieren alle, wenn wir dieses Spannungsfeld aufheben und Fürsorge gleichermaßen wertschätzen wie Erwerbsarbeit. Das ist auch die Lösung für das große Problem mit Mental Load.